Krankmacher im Büro

Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar
Raumakustik als Krankmacher im Büro

Die vier Krankmacher bzw. Gesundmacher im Büro sind:

Der Laute – Bürolärm aller Art

Der Mensch benötigt einen gewissen Grundrauschpegel, damit Arbeiten möglich ist. Sonst ist die Ablenkung sofort beim geringsten Ton garantiert. Die Geräuschverteilung und -steuerung lässt sich planen und optimieren. Ähnlich wie bei der Luft verbreitet sich Schall im Raum. Schall kann aber im Gegensatz zur Luft durch Elemente hindurchdringen. Mal besser mal schlechter. Wer denkt er könnte einfach eine Wand aufstellen und hätte damit das Problem gelöst, der denkt falsch. Mit einer Wand lässt sich das Problem verlagern oder etwas verbessern. Es gibt noch viele zusätzliche Faktoren die berücksichtigt werden müssen um eine saubere und gesunde Akustik ermöglichen zu können und den Geräuschpegel angenehm zu gestalten.

Allerdings ist Akustik ein verhältnismässig teures Unterfangen, wenn man es sauber und effizient lösen will. Der Effekt ist dafür umso grösser und die Mitarbeitenden um ein Vielfaches zufriedener und gesünder. Wer Ihnen einzelne Stellwände als Gesamtakustiklösungen verkauft, der hat Sie ganz schön übers Ohr gehauen. Akustik müssen Sie immer im Raum beurteilen, analysieren und sämtliche Faktoren berücksichtigen. Eine kleine undichte Stelle in der Decke kann das gesamte Konzept über den Haufen werfen.

Wie beim Licht unterscheidet man zwischen Direkt- und Raumschall. Direktschall ist der Schall von A nach B ohne Umweg. Der Raumschall wird einerseits durch Verstärker (harte Böden wie Parkett oder Stein, Steinwände, kahle, lange Räume) intensiviert und in der Nachhallzeit am Leben erhalten. Die Nachhallzeit ist die Zeit, wie lange ein entstandenes Geräusch im Raum fortleben kann bis es “erstickt”.

Wirkungsstufen von Lärm nach Lehmann (Max-Planck-Institut) [in dB = Dezibel]

  1. Belästigung durch Lärm = Psychische Wirkung (30 – 60 dB)
  2. Gefährdung der Gesundheit = Psychische und vegetative Wirkung (60 – 90 dB)
  3. Schädigung der Gesundheit = Psychische, vegetative und otologische Wirkung (90 – 120 dB)

Beispiele für Lärm

  • Blätterrascheln: 10 dB
  • Ticken einer Standuhr: 20 dB
  • üblicher Hintergrundschall im Haus: 40 dB
  • normale Unterhaltung: 50 dB
  • PKW im Stadtverkehr: 77 dB
  • LKW im Stadtverkehr: 89 dB

Auswirkungen von zu hoher Schallbelastung über längere Zeit

  • Schlafstörungen
  • Kommunikationsstörung
  • Herz-/Kreislauferkrankungen
  • Zunahme des Bluthochdrucks bei Dauerbelastung
  • Gehörschädigung auch bei Kurzzeitbelastung

Möglichkeiten zur Verbesserung des Geräuschpegels und der Raumakustik

  • Akustik ist eine Angelegenheit für den Profi. Fragen Sie Ihren Bürofachhändler, der mit einem Akustiker diese Problem genau analysiert.
  • Allerdings können Sie mit einer App bereits herausfinden ob es zu laut ist im Büro. Beispielsweise mit einem Dezibel-Mess-App.
  • Dann gibt es verschiedene Lösungsansätze die Raumakustik, die Schallverteilung und die Nachhallzeit zu verbessern.
    • Teppichböden sind akustikwirksam und damit besser geeignet als Parkettböden.
    • Eine Schalldecke, ein Deckensegel, herunterhängende Akustikelemente schlucken Schall und reduzieren die Nachhallzeit.
    • Pflanzen geben nicht nur Athmosphäre ab, sondern saugen auch Schall.
    • Bilder in Form von Akustikleinwänden oder Akustikelemente an der Wand helfen den Geräuschpegel zu reduzieren
    • Stellwände oder Tischaufsatzwände reduzieren den Direktschall und sind flexibel einsetzbar.
    • Trennwände reduzieren den Schall in Grossraumbüros. Somit hat man wieder Gruppen- oder Einzelbüros.
    • Möbel, besonders offene Regale, schlucken viel Lärm

Dennoch sollten Sie heute einen zu hohen Geräuschpegel im Büro haben, dann sollten Sie mit einem Spezialisten in Kontakt treten. Nochmal, eine einzige Stellwand irgendwo im Raum löst das Akustikthema ganz bestimmt nicht. Akustik muss ganzheitlich betrachtet werden.

Krankmacher im Büro – der Luftige

Luftzirkulation im Büro als Krankmacher
Ein leises Lüftchen durchs Büro macht schneller krank als man denkt.

Der Luftige – Luftzirkulation

Grossraumbüros setzen auf eine zentralisierte Lüftung. Meistens stehen die Büros auf einem Doppelboden, welcher die Kabelführung durch den Boden oder allenfalls auch durch die Decke ermöglicht. Das hat viele Vorteile aber auch Nachteile. Beispielsweise die Belüftung ist ein solches Thema. Um die Luftzirkulation fliessen lassen zu können sind einerseits ganz schön viel Wissen nötig was die Büroplanung betrifft und andererseits was Luftströme betreffen. Wenn die Luft nicht richtig zirkuliert hat das Folgen. An den einen Orten wird es zu warm, ja beinahe stickig und an den anderen zu kalt. Kalte Füsse und Hände sind genauso unangenehm wie schwitzige. Wenn sich die Luft an den Hüften und Beinen entlang schlängelt, dann ist das unangenehm und störend. Es lenkt schlicht weg ab vom produktiven Arbeiten und hat nichts mit dem Wohlfühlbüro zu tun. Ausserdem ist die Feinstaubbelastung erheblich höher, durch falsche Luftzirkulation. Und dieser sollten wir uns nicht aussetzen.

Möglichkeiten zur Optimierung der Luftzirkulation

  • Bevor Sie ein neues Büro beziehen, sollten Sie genau ermitteln wo und wie die Klimaanlage und Luftanlage funktioniert. Wenn Sie das mal wissen, können Sie die Luftströme relativ schnell herausfinden. Am besten wenden Sie sich dazu an einen Spezialisten, der die Klimaanlage gebaut hat. Diese Person sollte in der Lage sein, diese Frage zu beantworten.
  • Dann stellen Sie sicher, dass diese Luftwege frei und zugänglich bleiben.
  • Rund um diese Luftströme herum werden nun die Arbeitsplätze errichtet. So friert oder schwitzt niemand.
  • Wenn eine spezielle Belüftung installiert ist, besteht selten die Möglichkeit ein Fenster zu öffnen. Sollte das dennoch möglich sein, dann möchte ich noch einen Tipp auf den Weg geben. Lüften Sie kurz aber intensiv. Klären Sie zuvor ab, ob Lüften überhaut notwendig ist. Unterbricht man das Lüftungssysteme zu lange, wird das System übersteuert und passt sich so selbständig an. Das führt dazu, dass die automatische Belüftung falsch reguliert wird.

Verdeckte Krankmacher im Büro – der Klassiker

Bewegung im Büro hält gesund und steigert die Leistung
Bewegung im Büro muss nicht gleich Fitness sein.

Wir alle kennen sie und doch schenken wir Ihnen keine Beachtung. Unbewusst sind sie da. Sie stören und nerven und wir stellen stets die falschen Fragen und lösen diese mit den falschen Mitteln. Die Rede ist von verdeckten Krankmacher im Büro. Lärm kann krank machen. Aber auch Luft, Licht, Farbe, Helligkeit, Temperatur oder ganz offensichtlich die vermeintlichen Kollegen im Alltag. Über Mobbing wollen wir hier nicht sprechen, das ist nicht unsere Kompetenz.

Als wir alle noch in der Steinzeit gelebt haben gab es für uns einen natürlichen Ablauf.

  1. Schlafen
  2. Aufstehen
  3. Nahrung suchen
  4. Essen
  5. Ausruhen

Der Klassiker – Zu wenig Bewegung

Diesen Prozess haben wir verinnerlicht und sind diesen bis heute auch nicht losgeworden. Die Möglichkeiten an Nahrung zu kommen haben sich verändert, genauso wie der Zugang zur Erholung. Es ist für uns leichter an Nahrung zu kommen, schliesslich werden wir nicht mehr von bösen Dinosauriern gefressen. Auch bei der Erholung sind wir in den meisten Fällen nicht in Gefahr. Wir könnten also ohne Risiko Relaxen. Unser Risiko besteht allerdings wo anders. Die Dinge zwischen den Prozessen oben sind bei uns leichter geworden. Wir bewegen uns auf wesentlich kürzeren Distanzen zu Fuss. Meist dann auch gleich noch mit dem Auto oder dem Öffentlichen Verkehr. Der Körper wird weniger belastet und gefördert.

Viele denken, man müsste für einen gesunden Rücken wortwörtlich den Mount Everest erklimmen. Das ist kompletter Schwachsinn. Das wichtigste was man tun sollte, ist die Bewegung der kleinen Dinge zu erhöhen und diese so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten.

Möglichkeiten zur Optimierung der Bewegung

  • Platzieren Sie den Drucker nicht gleich auf dem Tisch. Wenn möglich zentralisieren Sie diesen an einer Stelle im Büro. So bewegen sich alle Leute im Büro mehr. Ausserdem sparen Sie sich die Anschaffungskosten vieler einzelner Drucker und reduzieren die Wartungsarbeiten.
  • Ordner und Unterlagen, die Sie häuffig benötigen verstauen Sie an Orten im Büro wo Sie sich Bücken, Strecken oder Drehen müssen.
  • Für einen Telefonanruf stehen Sie auf
  • Wechseln Sie die Haltung alle 20 Minuten. Dann wird Ihr Körper nämlich so oder so müde und beginnt sich zu bewegen. Geben Sie ihm die Chance dazu.
  • Ideal dafür wäre natürlich ein Steh-Sitz-Tisch. So können Sie die Haltung an Ort und Stelle einfach und bequem wechseln.
  • Seien Sie kreativ und versuchen Sie was neues aus. Und wenn Sie nicht mehr weiter wissen, sind wir noch da für Sie. Kontakt aufnehmen

Balancematten und Bretter für mehr Bewegung im Büro

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.